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Versbuch

Im Kreuzgang von Loretto

Rainer Maria Rilke · 18751926

12 Zeilen in 3 Strophen · zuerst gedruckt 1955

Still ist es in dem Kreuzgang, in dem alten,wo über krausen Säulenarabeskenherniederschaun aus halbverwischten Freskengeheimnisvolle Heiligengestalten.

Wo eine Wachsmadonna, die man zeihtso manchen gnadenvollen Heilmirakels,prangt hinterm grauen Glas des Tabernakelsim silberübersäten Seidenkleid.

Spannt über Blättergold Spätsommerhaarsich draußen auch im Klosterhof Lorettos, –vor einem Bild im Stile Tintorettossteht selig still ein junges Liebespaar.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Larenopfer. In: Sämtliche Werke, Band I, S. 21., Insel-Verlag, Frankfurt am Main, 1955
Digitalisat
de.wikisource.org — „Im Kreuzgang von Loretto“, Fassung 3.779.435 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Rainer Maria Rilke starb 1926; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1996 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118601024 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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