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Versbuch

Eranna an Sappho

Rainer Maria Rilke · 18751926

11 Zeilen in 2 Strophen · zuerst gedruckt 1907

O du wilde weite Werferin:Wie ein Speer bei andern Dingenlag ich bei den Meinen. Dein Erklingenwarf mich weit. Ich weiß nicht wo ich bin.Mich kann keiner wiederbringen.

Meine Schwestern denken mich und weben,und das Haus ist voll vertrauter Schritte.Ich allein bin fern und fortgegebenund ich zittere wie eine Bitte;denn die schöne Göttin in der Mitteihrer Mythen glüht und lebt mein Leben.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Neue Gedichte, S. 4, 1. Auflage, Insel-Verlag, Leipzig, 1907
Digitalisat
de.wikisource.org — „Eranna an Sappho“, Fassung 3.780.339 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Rainer Maria Rilke starb 1926; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1996 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118601024 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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