Ernst von Wolzogen
Rainer Maria Rilke · 1875–1926
13 Zeilen in 3 Strophen · zuerst gedruckt 1898
Horch, verhallt nicht ein scheuerSchrei von den Hängen her?Aus dem morschen KlostergemäuerKann der Abend nicht mehr.Er sucht sich wund an der Wand.Und mit hilfloser HandIn das SäulengedrängeIn ewige GängeWirft er den Brand.
Feuer. –
In schlichtem GewandFlieht er, der Heimkehr singender HeuerLeise gesellt, ins verlöschende Land.
Quelle und Rechte
- Textgrundlage
- Advent, S. 31, 1. Auflage, P. Friesenhahn, Leipzig, 1898
- Digitalisat
- de.wikisource.org — „Ernst von Wolzogen (Rilke)“, Fassung 835.805 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
- Gemeinfrei
- Rainer Maria Rilke starb 1926; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1996 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118601024 der Deutschen Nationalbibliothek.
Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.