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Versbuch

Einsamkeit

Rainer Maria Rilke · 18751926

12 Zeilen in 3 Strophen · zuerst gedruckt 1906

Die Einsamkeit ist wie ein Regen.Sie steigt vom Meer den Abenden entgegen;von Ebenen, die fern sind und entlegengeht sie zum Himmel der sie immer hat.Und erst vom Himmel fällt sie auf die Stadt.

Regnet hernieder in den Zwitterstundenwenn sich nach Morgen wenden alle Gassenund wenn die Leiber welche nichts gefundenenttäuscht und traurig von einander lassen;und wenn die Menschen die einander hassen,in einem Bett zusammen schlafen müssen:

dann geht die Einsamkeit mit den Flüssen …

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Das Buch der Bilder 1. Buch Teil 2, S. 47, Zweite sehr vermehrte Auflage, Axel Junker Verlag, Berlin / Leipzig, Stuttgart, 1906
Digitalisat
de.wikisource.org — „Einsamkeit (Rilke)“, Fassung 2.353.120 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Rainer Maria Rilke starb 1926; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1996 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118601024 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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