Buddha
Rainer Maria Rilke · 1875–1926
12 Zeilen in 3 Strophen · zuerst gedruckt 1907
Als ob er horchte. Stille: eine Ferne ...Wir halten ein und hören sie nicht mehr.Und er ist Stern. Und andre große Sternedie wir nicht sehen, stehen um ihn her.
O er ist alles. Wirklich, warten wir,daß er uns sähe? Sollte er bedürfen?Und wenn wir hier uns vor ihm niederwürfen,er bliebe tief und träge wie ein Tier.
Denn das was uns zu seinen Füßen reißt,das kreist in ihm seit Millionen Jahren.Er, der vergißt was wir erfahrenund der erfährt, was uns verweist.
Quelle und Rechte
- Textgrundlage
- Neue Gedichte, S. 24, 1. Auflage, Insel-Verlag, Leipzig, 1907
- Digitalisat
- de.wikisource.org — „Buddha (1)“, Fassung 3.780.051 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
- Gemeinfrei
- Rainer Maria Rilke starb 1926; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1996 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118601024 der Deutschen Nationalbibliothek.
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