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Versbuch

Abend in Skaane

Rainer Maria Rilke · 18751926

22 Zeilen in 3 Strophen · zuerst gedruckt 1906

Der Park ist hoch. Und wie aus einem Haustret ich aus seiner Dämmerung herausin Ebene und Abend. In den Wind,denselben Wind, den auch die Wolken fühlendie hellen Flüsse und die Flügelmühlen,die langsam mahlend stehn am Himmelsrand.Jetzt bin auch ich ein Ding in seiner Hand,das kleinste unter diesen Himmeln. – Schau:

Ist das ein Himmel?:Selig lichtes Blau,in das sich immer reinere Wolken drängen,und drunter alle Weiß in Uebergängen,und drüber jenes dünne, große Grauwarmwallend wie auf rother Untermalung,und über allem diese stille Strahlungsinkender Sonne.

Wunderlicher Bau,in sich bewegt und von sich selbst gehalten,Gestalten bildend, Riesenflügel, Faltenund Hochgebirge vor den ersten Sternenund plötzlich, da: Ein Thor in solche Fernenwie sie vielleicht nur Vögel kennen…

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Das Buch der Bilder 1. Buch Teil 2, S. 57, Zweite sehr vermehrte Auflage, Axel Junker Verlag, Berlin / Leipzig, Stuttgart, 1906
Digitalisat
de.wikisource.org — „Abend in Skaane“, Fassung 2.354.836 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Rainer Maria Rilke starb 1926; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1996 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118601024 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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