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Versbuch

Vormorgens

Paul Boldt · 18851921

12 Zeilen in 3 Strophen · zuerst gedruckt 1914

Schneeflocken klettern an den Fensterscheiben,Auf meinem Schreibtisch schläft der Lampenschein,Und hingestreute Bogen, weiß und rein,Ich wollte wohl etwas von Versen schreiben.

Der Tag ist nah. Die Jalousien schurr’n,Die letzten Sterne torkeln von den Posten.Der Tag ist nah, den unbesternten OstenBevölkern Morgenwinde schon purpurn.

Und mich bewachsen Abende, beschattenDie Jahre! O ich dunkle ein.Das Gas singt in den Gassen Litanein,Daß meine Augen so sehr früh ermatten.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Junge Pferde! Junge Pferde! S. 23, 1. Auflage, Kurt Wolff Verlag, Leipzig, 1914
Digitalisat
de.wikisource.org — „Vormorgens“, Fassung 3.488.077 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Paul Boldt starb 1921; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1991 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118661175 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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