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Versbuch

Robespierre

Georg Heym · 18871912

14 Zeilen in 4 Strophen · zuerst gedruckt 1911

Er meckert vor sich hin. Die Augen starrenIns Wagenstroh. Der Mund kaut weißen Schleim.Er zieht ihn schluckend durch die Backen ein.Sein Fuß hängt nackt heraus durch zwei der Sparren

Bei jedem Wagenstoß fliegt er nach oben.Der Arme Ketten rasseln dann wie Schellen.Man hört der Kinder frohes Lachen gellen,Die ihre Mütter aus der Menge hoben.

Man kitzelt ihn am Bein, er merkt es nicht.Da hält der Wagen. Er sieht auf und schautAm Straßenende schwarz das Hochgericht.

Die aschengraue Stirn wird schweißbetaut.Der Mund verzerrt sich furchtbar im Gesicht.Man harrt des Schreis. Doch hört man keinen Laut.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Der ewige Tag. S. 29, 1. Auflage, Rowohlt, Leipzig, 1911
Digitalisat
de.wikisource.org — „Robespierre (Heym)“, Fassung 2.381.744 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Georg Heym starb 1912; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1982 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118550683 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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