So still ringsum
Marie Eugenie Delle Grazie · 1864–1931
18 Zeilen in 6 Strophen · zuerst gedruckt 1892
Im Klosterfrieden.
1.
So still ringsum .... wie traumverloren plaudertIm Hof der Brunnen nur gedämpften Schall’sUnd seiner Wasser Silberfülle zaudert,Als fürchte sie den Klang des Niederfall’s.
Ein eng Gevierte nur: schmucklose Räume,Im Kreuzgang des zerfleischten Heiland’s Bild –Geschloss’ne Pforten – keusch umhegte Träume –Und Stille rings, so wonnig, süß und mild.
Im Garten duften die OrangenblüthenUnd dichter Epheu überspinnt die Wand,Als woll’ er diesen heil’gen Frieden hütenVor Stürmen und des Lebens Sonnenbrand.
Zuweilen flattert nur ein NonnenschleierIm Wind aus, oder girrt ein Tanbenpaar –Der Himmel strahlt herein in blauer Feier,So eng begrenzt – doch ach! wie mild, wie klar ....
Quelle und Rechte
- Textgrundlage
- Italische Vignetten, S. 48, Breitkopf und Härtel, Leipzig, 1892
- Digitalisat
- de.wikisource.org — „So still ringsum“, Fassung 585.087 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
- Gemeinfrei
- Marie Eugenie Delle Grazie starb 1931; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 2001 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118746278 der Deutschen Nationalbibliothek.
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