Sant’ Agnese
Marie Eugenie Delle Grazie · 1864–1931
21 Zeilen in 6 Strophen · zuerst gedruckt 1892
Bilder und Gestalten.
Sant’ Agnese.
(Von Guercino.)
Im weißen Jungsrau’n-Kleide,Das Lämmchen an der SeiteErwartet sie den Tod –Es weh’n wie seid’ne FlockenDie goldig-braunen LockenUm ihrer Wangen Roth.
Im Aug’ ein schüchtern’ Fragen,Halb Wonne und halb Zagen,Als ging’s zu einem Fest –So kindlich und vertrauend,So hold und arglos schauend,Wie Unschuld schauen läßt!
Weich spielt die Hand im FelleDes Lämmchens, das ihr helleUnd klug in’s Antlitz blickt:„Was wird’s nun mit uns Beiden?Giebt’s Freuden oder Leiden?“Ei, was uns Christus schickt!
Quelle und Rechte
- Textgrundlage
- Italische Vignetten, S. 41, Breitkopf und Härtel, Leipzig, 1892
- Digitalisat
- de.wikisource.org — „Sant’ Agnese“, Fassung 3.538.175 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
- Gemeinfrei
- Marie Eugenie Delle Grazie starb 1931; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 2001 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118746278 der Deutschen Nationalbibliothek.
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