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Versbuch

Römisches Albumblatt

Marie Eugenie Delle Grazie · 18641931

17 Zeilen in 2 Strophen · zuerst gedruckt 1892

Zu einer Weihnachtsfeier von Deutschen in Rom.

Gleich losen Blättern hat aus allen WeitenDes Schicksals Wirbel uns hiehergeführt,Um launisch und vielleicht für alle ZeitenUns auch zu trennen; Flüchtigkeit berührtMit eh’rnem Scepter alle DaseinswonnenUnd was an Glück wir unser oft geglaubt:Ein Hauch des Schicksals – und es war zerronnen,Ein „Nein!“ des Himmels – und es war geraubt!Doch wo, wie hier, der Andacht glühend StrebenVor einem Ewigen betrachtend steht,Des Menschensohn’s Trophäen stolz sich hebenUnd Heldenstaub um morsche Trümmer weht,Dort weiht Erinnerung für alle ZeitenSelbst flücht’ger Stunden wesenlosen Reiz –Wie Schaum zerfließen uns’re Eitelkeiten,Doch ewig sind die Trümmer und das Kreuz!

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Italische Vignetten, S. 74, Breitkopf und Härtel, Leipzig, 1892
Digitalisat
de.wikisource.org — „Römisches Albumblatt“, Fassung 2.308.348 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Marie Eugenie Delle Grazie starb 1931; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 2001 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118746278 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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