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Versbuch

Wenn eena jeborn wird

Kurt Tucholsky · 18901935

43 Zeilen in 8 Strophen · zuerst gedruckt 14. Juni 1932

Wenn eena jeborn wird von Theobald Tiger

Allemal für Paulchen

Nu liechste da, du kleene Kröte!Siehst aus wie ne jebadte Maus.Na laß man, do – der olle Joethe,der sah als Kind nich scheena aus.Und hier – ick bring da ooch wat mit!Tittittittittitt –!

Die Neese haste ja von Vatan.Det Mäulchen, wo de dir drin wühlst,da sachste denn den Jrang im Schkat an.Wolln hoffen, dette bessa spielstals wie der Olle, dein Papa!Allallallalla –!

Un seh mah! Hast ja richtich Haare!Die hat dir Mutta mitjejehm.Du, Mensch, det is ne wunderbareun liebe Frau – nur etwas unbequem.Dein Olla, der macht vor ihr Kusch …Puschpuschpuschpuschpusch –!

Sieht man dir durch de Neese schnauhmun wie du mit die Beenchen tanzt –:denn sollte man det jahnich jlauhm,wie jemeine du mal wern kannst.Wa –?

Ach, Menschenskind, ick wer da sahrn:Schlach du nach Vatan! Hör ma an!Du kannst ja ooch nach andre schlahrn …Na, wirste denn als junga Mannjenau so dof wie Onkel Fritz?Zizzizzizzizzizz –?

Da liechste nu in deine Wiejeun fängst noch mah von vorne an.Na, Mensch, ob ick mah Kinda krieje?Man jloobt ja imma wieda dran.Du machst dir nu die Windeln vollund weeßt nich, wat det heißen soll,wenn eena dir mit Puda fecht,dir abwischt un dir trocken lecht …Denn loofste rum,klug oda dumm …Un machst den janzen Lebensskandalalles nochmal, alles nochmal –!

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Die Weltbühne. 28. Jahrgang 1932, Nummer 24, Seite 904., Verlag der Weltbühne, Berlin, 14. Juni 1932
Digitalisat
de.wikisource.org — „Wenn eena jeborn wird“, Fassung 957.513 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Kurt Tucholsky starb 1935; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 2005 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 11862444X der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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