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Versbuch

Versunkenes Träumen

Kurt Tucholsky · 18901935

16 Zeilen in 7 Strophen · zuerst gedruckt 1919

Lieblich ruht der Busen, auf dem Tisch,jener Jungfrau, welche rosig ist und frisch.

Ach, er ist so kugelig und gerundet,daß er mir schon in Gedanken mundet.

Heil und Sieg dereinst dem feinen Knaben,dem es freisteht, sich daran zu laben.

Jener wird erst stöhnen und sich recken;aber nachher bleibt er sicher stecken.

Heirat, Kinder und ein häusliches Frangssäh –nichts von Liebesnacht und jenem Kanapee …

Ich hingegen sitz bei ihren Brüsten,und – gedanklich – dient sie meinen Lüsten.

Doch dann steh ich auf und schlenkre froh mein Bein,schiebe ab,bin frei –und lasse Jungfer Jungfer sein! –

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Fromme Gesänge, S. 105, Felix Lehmann, Charlottenburg, 1919
Digitalisat
de.wikisource.org — „Versunkenes Träumen“, Fassung 3.790.933 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Kurt Tucholsky starb 1935; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 2005 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 11862444X der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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