Mundartliches Gedicht
Kurt Tucholsky · 1890–1935
33 Zeilen in 8 Strophen · zuerst gedruckt 2. Oktober 1928
Mundartliches Gedicht von Theobald Tiger
Denn, so um’m September rum,denn kriejn se wacklije Beene –die Fliejen nämlich. Denn rummeln se soun machen sich janz kleene.Nee –fliejn wolln se nich mehr.
Wenn se schon so ankomm, ’n bisken benaut …denn krabbeln se so anne Scheihm,oda se summ noch ’n bisken laut,aber merschtens lassn ses bleihm …Nee –fliejn wolln se nich mehr.
Wenn se denn kriechen, falln se beinah um.Un denn wern se nochmal heita,denn rappeln se sich ooch nochmal hoch,un denn jehts noch ’n Sticksken weita –Aba fliejn …fliejn wolln se nich mehr.
Die andan von Somma sind nu ooch nich mehr da.Na, nu wissen se – nu is zu Ende.Manche, mit so jelbe Eia an Bauch,die brumm een so über de Hände …fliejn wolln se nich mehr.A richtich
Na, und denn finnste se morjens frieh,da liejen se denn so hintade Fenstern rum. Denn sind se dot.Und wir jehn denn ooch in’n Winta.Wie alt bis du eijentlich?
– „Ick? Achtunnfürzich.“– „Kommst heut ahmt mit, nach unsan Lokal –?“
– „Allemal.“
Quelle und Rechte
- Textgrundlage
- Die Weltbühne. 24. Jahrgang 1928, Nummer 40, Seite 529., Verlag der Weltbühne, Berlin, 2. Oktober 1928
- Digitalisat
- de.wikisource.org — „Mundartliches Gedicht“, Fassung 627.928 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
- Gemeinfrei
- Kurt Tucholsky starb 1935; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 2005 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 11862444X der Deutschen Nationalbibliothek.
Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.