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Versbuch

Die Kronprinzenbühne

Kurt Tucholsky · 18901935

21 Zeilen in 5 Strophen · zuerst gedruckt 1919

Sieh da, sieh da: am preuß’schen Hoferblickt man einen Musenschwof.Man spielt beim Sohn vom VaterTheater.

Die kleine Zote, lieb und nett,wird blank poliert für das Parkett –und, was der Gallier schildert,gemildert.

Auch fühlt man sich beträchtlich wohlim reinlichen Salontirol.Der Dichter schwingt im Gmüatl’s Hüatl.

Und auch die Tonkunst ist allhier:da hinten trommelt am Klavierfür viele Pinke-PinkePaul Lincke.

Und alles ist im Ordensfrack…Nur leider fehlt der Kunstgeschmack.Nun, man behilft sich ohnebeim Sohne, Sohne, Sohnebeim Sohne.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Fromme Gesänge, S. 5, Felix Lehmann, Charlottenburg, 1919
Digitalisat
de.wikisource.org — „Die Kronprinzenbühne“, Fassung 3.779.506 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Kurt Tucholsky starb 1935; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 2005 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 11862444X der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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