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Versbuch

Um Mitternacht

Johann Wolfgang von Goethe · 17491832

15 Zeilen in 3 Strophen · zuerst gedruckt 1828

Um Mitternacht ging ich, nicht eben gerne,Klein, kleiner Knabe, jenen Kirchhof hinZu Vaters Haus, des Pfarrers, Stern am SterneSie leuchteten doch alle gar zu schön;Um Mitternacht.

Wenn ich dann ferner in des Lebens WeiteZur Liebsten mußte, mußte weil sie zog,Gestirn und Nordschein über mir im Streite,Ich gehend, kommend Seligkeiten sog;Um Mitternacht.

Bis dann zuletzt des vollen Mondes HelleSo klar und deutlich mir in’s Finstere drang,Auch der Gedanke willig, sinnig, schnelleSich um’s Vergangne wie um’s Künftige schlang;Um Mitternacht.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Goethes Werke. Vollständige Ausgabe letzter Hand. Band 3., Seite 47, J. G. Cotta’sche Buchhandlung, Stuttgart und Tübingen, 1828
Digitalisat
de.wikisource.org — „Um Mitternacht“, Fassung 3.779.963 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Johann Wolfgang von Goethe starb 1832; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1902 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118540238 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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