An den Freyherrn von Gebler
Johann Baptist von Alxinger · 1755–1797
36 Zeilen in 9 Strophen · zuerst gedruckt 1780
Und hätt’ auch nicht der Fürsten HandDich nah zum Thron gerückt,Dir auch mit keinem OrdensbandDie Biederbrust geschmückt;
Dein Name risse dennoch sichVon andern Namen los;Du edler Mann! du bliebst durch dichVerehrenswerth, und groß.
Wer suchte jede Kunst, wie Du,Auf Wegen öd’ und steil,Und hielt den schwarzen Rachen zuDem kühnen Vorurtheil?
Wer mahlete, wie Du, so feinDie Sitten seiner Stadt,Und mischte so viel Laune drein,Die keinen Stachel hat?
Hielt Thoren zwar den Spiegel vor,Doch lächelnd, und gelind,Und freundlich, daß kaum selbst der ThorZu schmollen sich erkühnt?
Wer riß des Hörers Herz so ganzZu sanfter Wehmuth hin,Da matt bedrängter Unschuld GlanzDurch düstre Nebel schien?
Ja du kennst Wissenschaft und Kunst,Und darum liebst du sie;Entehrst durch MäcenatengunstUnd Stolz den Künstler nie. —
Beutst, mag er noch so niedrig seyn,Die Hand ihm freundlich dar:Vertrauen flößt und Lieb’ ihm einDein Antlitz mild und klar:
Und schliesset jedes Herz dir auf,Und macht es froh und frey,Und zeiget, daß dein LebenslaufDein schönstes Schauspiel sey.
Quelle und Rechte
- Textgrundlage
- Gedichte S. 14-15, 1. Auflage, Johann Jacob Gebauer, Halle, 1780
- Digitalisat
- de.wikisource.org — „An den Freyherrn von Gebler“, Fassung 2.557.799 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
- Gemeinfrei
- Johann Baptist von Alxinger starb 1797; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1867 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118648594 der Deutschen Nationalbibliothek.
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