An Johann von Häring
Johann Baptist von Alxinger · 1755–1797
32 Zeilen in 8 Strophen · zuerst gedruckt 1780
O Jüngling, deine GeigeWie voll von Harmonie,Und unter deinen FingernWie lieblich tönet sie!
Jüngst, als dir die VersammlungZuhorchete, mein OhrVon deinen ZaubertönenNicht Einen Ton verlor;
Dann Kenner und nicht KennerDich Spielenden erhob,Und zwanzig Fächer rauschtenZu meines Häring Lob;
Da jauchzt’ ich dir im Stillen,Da strahlete mein BlickDie Freude meiner SeeleUnd meinen Stolz zurück.
O Jüngling, deiner GeigeLaß gleich dein Leben seyn:Es halle nie der MißlautVon einem Laster drein:
Weh dem, der im AllegroDer Mäßigung vergißt,Weh dem, der im AndanteZu weich, und kraftlos ist;
Das heißt, weh dem, deß FreudeGleich einem Sturme lärmt;Der zagend und unmännlichSich in den Schmerzen härmt:
Drum, was dir auch im BusenSich noch so mächtig regt,Acht auf den Takt gegeben,Den die Vernunft dir schlägt!
Quelle und Rechte
- Textgrundlage
- Gedichte S. 100–101, 1. Auflage, Johann Jacob Gebauer, Halle, 1780
- Digitalisat
- de.wikisource.org — „An Johann von Häring“, Fassung 2.966.823 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
- Gemeinfrei
- Johann Baptist von Alxinger starb 1797; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1867 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118648594 der Deutschen Nationalbibliothek.
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