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Versbuch

Viel gesiebt

Joachim Ringelnatz · 18831934

16 Zeilen in 5 Strophen · zuerst gedruckt 1934

Ich habe versucht, einen Wind einzufangen.Aber ich fand das Gefangene nicht.

Ich bin durch tiefe Wälder gegangen,Wo der Wind ganz tief mit den Wipfeln spricht,Wipfeln von ganz hohen Kiefern.Ich sah im Moos eine Bierflasche liegen.Wenn ich in einem BierversandDie würde abliefern,Bekäme ich zehn Pfennige Pfand.

Ich habe versucht, das viele VersuchenGanz aufzugeben.

Ich nahm einer Wanze das Leben,Die mich nur gejuckt hat. – –

UnsereinerWird immer kleiner,Je tiefer er ins Leben geguckt hat.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Gedichte, Gedichte von Einstmals und Heute S. 49, Ernst Rowohlt, Berlin, 1934
Digitalisat
de.wikisource.org — „Viel gesiebt“, Fassung 1.860.868 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Joachim Ringelnatz starb 1934; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 2004 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118601121 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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