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Versbuch

Schroffer Abbruch

Joachim Ringelnatz · 18831934

20 Zeilen in 6 Strophen · zuerst gedruckt 1929

Laß mich doch allein,Bitte, bitte!Meine SchritteSind deinen zu klein.

Merkst du denn nicht,Was höfliche Worte sind?

Deine Blicke stellen sich blind.Was aus dir spricht,Ist nur Angst und die Sucht,Fremdes zu gewinnen.

Jemand, vor sich selbst auf der Flucht,Findet nicht Ruhe,Sich zu besinnen,Vergißt die Tat vor Getue.

Du kannst dich selbst nicht ertragen,So schwach bist du.

Blicke ein Jahr lang nur in die HöhUnd höre nur Stillem zu.Mehr kann ich dir nicht sagen.Adieu!

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Flugzeuggedanken, 1. Auflage, Ernst Rowohlt Verlag, Berlin, 1929
Digitalisat
de.wikisource.org — „Schroffer Abbruch“, Fassung 3.780.192 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Joachim Ringelnatz starb 1934; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 2004 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118601121 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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