Schicksal der Schlaube
Joachim Ringelnatz · 1883–1934
14 Zeilen in 3 Strophen · zuerst gedruckt 1924
Anno 1307Ante Christum natumWar eine Schlaube in einem Zahn steckengeblieben,Da nahte sich eine Floskel aus BatumUnd sagte: „Erlaube,Daß ich dir helfe.“ – – „Ganz nach Belieben,“Sagte die Schlaube.
Da war das Liebeswerk schon getan.Da wurde die Floskel blässer und blässer.Die Schlaube indessen sprang in ein fließend Gewässer,Trieb fort in der Richtung von Quelle nach Mündung;Überall roch es nach ham and eggs.
Und die kleine Schlaube starb unterwegsAn Ekel, Scharlach oder Gebärmutterentzündung.
Quelle und Rechte
- Textgrundlage
- Kuttel-Daddeldu, S. 103, Kurt Wolff Verlag, München, 1924
- Digitalisat
- de.wikisource.org — „Schicksal der Schlaube“, Fassung 3.779.368 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
- Gemeinfrei
- Joachim Ringelnatz starb 1934; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 2004 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118601121 der Deutschen Nationalbibliothek.
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