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Versbuch

Regenschauer

Joachim Ringelnatz · 18831934

13 Zeilen in 3 Strophen · zuerst gedruckt 1932

Der erste dicke Tropfen schlug —Es war wie Blut — mir auf die Hand.Da ich den Himmel und das Laub verstand,Schien nur das Publikum mir wie Betrug.

Ein Tropfenwitz traf meinen Wein.Das Publikum mit fetten TortenFloh unter neckisch dünnen WortenVom Garten in das Haus hinein.Ich Dummplikum blieb ganz allein.

Erst als der Kellner mir das Tischtuch kündigte,Bemerkte ich, wo falsch, wo echt ich sündigte,Ging auch ins Haus und übersann vergnügt:Wozu ein Regentropfen schon genügt.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Gedichte dreier Jahre Seite 98, 1. Auflage, Ernst Rowohlt Verlag, Berlin, 1932
Digitalisat
de.wikisource.org — „Regenschauer“, Fassung 3.026.916 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Joachim Ringelnatz starb 1934; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 2004 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118601121 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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