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Versbuch

Natur

Joachim Ringelnatz · 18831934

20 Zeilen in 6 Strophen · zuerst gedruckt 1929

Wenn immer sie mich fragen,Ob ich ein Freund sei der Natur,Was soll ich ihnen nurDann sagen?

Ich kann eine Bohrmaschine,Einen Hosenträger oder ein KindSo lieben wie eine BieneOder wie Blumen oder Wind.

Ein Sofa ist entstanden,So wie ein Flußbett entstand.Wo immer Schiffe landen,Finden sie immer nur Land.

Es mag ein holder SchauerNach einem Erlebnis in mir sein.Ich streichle eine MauerDes Postamts. Glatte Mauer aus Stein.

Und keiner von den SteinenNickt mir zurück.

Und manche Leute weinenVor Glück.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Flugzeuggedanken, 1. Auflage, Ernst Rowohlt Verlag, Berlin, 1929
Digitalisat
de.wikisource.org — „Natur“, Fassung 3.780.345 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Joachim Ringelnatz starb 1934; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 2004 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118601121 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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