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Versbuch

Zarenlied

Alfred Henschke · 18901928

21 Zeilen in 6 Strophen · zuerst gedruckt 1916

(Nach Adam Mickiewicz)

Wenn ich nach Sibirien trotte,Muß ich schwer in Ketten karren;Doch mit der versoffnen RotteWill ich schuften ... für den Zaren.

In den Minen will ich denken:Dieses Erz, das wir hier fahren,Dieses Eisen, das wir schwenken,Wird zum Beil einst ... für den Zaren.

Wähl ein Weib ich zur Genossin,Wähl ich sie aus den Tataren,Daß aus meinem Stamm entsprosseEinst ein Henker ... für den Zaren.

Bin ich dann ein freier Siedler,Säe ich mit grauen Haaren(Geigt schon nah der graue Fiedler ...)Grauen Hanf ... nur für den Zaren.

Silbergraue Fäden rinnenFest durch meine Hand ... in JahrenWird mein Sohn zum Strick sie spinnen ...Für den Zaren ... für den Zaren.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Dragoner und Husaren. Die Soldatenlieder von Klabund. S. 42, 5. Tausend, Georg Müller, München, 1916
Digitalisat
de.wikisource.org — „Zarenlied“, Fassung 644.493 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Alfred Henschke starb 1928; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1998 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 1182379923 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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