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Versbuch

Hafenkneipe

Joachim Ringelnatz · 18831934

19 Zeilen in 4 Strophen · zuerst gedruckt 1935

In der Kneipe „Zum Südwester“Sitzt der Bruder mit der SchwesterHand in Hand.Zwar der Bruder ist kein Bruder,Doch die Schwester ist ein LuderUnd das braune Mädchen stammt aus Feuerland.

In der Kneipe „Zum Südwester“Ballt sich manchmal eine Hand,Knallt ein Möbel an die Wand.

Doch in jener selben SchenkeSchäumt um einfache GetränkeSchwer erkämpftes Seemannsglück.Die Matrosen kommen, gehen.Alles lebt vom Wiedersehen.Ein gegangener Gast sehnt sich zurück.

Durch die Fensterscheibe aber träumt ein SchattenDerer, die dort einmalOder keinmalAbenteuerliche Freude hatten.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Der Nachlaß von Joachim Ringelnatz, S. 18, Ernst Rowohlt, Berlin, 1935
Digitalisat
de.wikisource.org — „Hafenkneipe“, Fassung 1.097.747 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Joachim Ringelnatz starb 1934; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 2004 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118601121 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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