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Versbuch

Ein Nagel sass in einem Stück Holz

Joachim Ringelnatz · 18831934

17 Zeilen · zuerst gedruckt 1912

Der war auf seine Gattin sehr stolz.Die trug eine goldene HaubeUnd war eine Messingschraube.Sie war etwas locker und etwas verschraubt,Sowohl in der Liebe, als auch überhaupt.Sie liebte ein Häkchen und traf sich mit ihmIn einem Astloch. Sie wurden intim.Kurz, eines Tages entfernten sie sichUnd liessen den armen Nagel im Stich.Der arme Nagel bog sich vor Schmerz.Noch niemals hatte sein eisernes HerzSo bittere Leiden gekostet.Bald war er beinah verrostet.Da aber kehrte sein früheres Glück,Die alte Schraube wieder zurück.Sie glänzte übers ganze Gesicht.Ja, alte Liebe, die rostet nicht!

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Die Schnupftabaksdose. Stumpfsinn in Versen und Bildern von Hans Bötticher und Richard Seewald (1889-1976). S. 35, 1. Auflage, R. Piper & Co., München, 1912
Digitalisat
de.wikisource.org — „Ein Nagel saß in einem Stück Holz“, Fassung 3.780.078 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Joachim Ringelnatz starb 1934; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 2004 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118601121 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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