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Versbuch

Bulldoggin Motte

Joachim Ringelnatz · 18831934

23 Zeilen in 4 Strophen · zuerst gedruckt 1935

Wenn du fremd bist, komm ihr nicht zu nah!Sie heißt MotteUnd ihr Junges heißt Kleopatra.Beide offenbar nur aus Marotte.Aber nomina sunt odiosa.

Mottes Zungenzipf hängt saftig rosaZwischen Hasenzähnen aus dem Maul.Motte ist ein wenig faul.

Motte: Spaltenase.Motte: Affe, Hase,Seehundskopf, Schildkrötenpfoten,Karpfenschnauze, Rätselschwänzchen.Jedes Tier hat an dem TierHier sein Bestes aufgeboten.Unsre Motte – sagen wir –Ist ein Zoolo-Quintessenzchen.

Rührend hilflos und asthmatischSchnauft sie. Liebt ihr Kind fanatisch.Täglich wiegt BulldoggmamachenMorgens ihr Kleopatrachen,Legt dabei – was für sie spricht –Hauptgewicht auf das Gewicht.(Dichten kann die Motte nicht.)

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Der Nachlaß von Joachim Ringelnatz, S. 23–24, Ernst Rowohlt, Berlin, 1935
Digitalisat
de.wikisource.org — „Bulldoggin Motte“, Fassung 2.161.520 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Joachim Ringelnatz starb 1934; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 2004 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118601121 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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