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Versbuch

Sie saßen und tranken am Theetisch

Heinrich Heine · 17971856

19 Zeilen in 5 Strophen · zuerst gedruckt 1827

Und sprachen von Liebe viel.Die Herren, die waren ästhetisch,Die Damen von zartem Gefühl.

Die Liebe muß seyn platonisch,Der dürre Hofrath sprach.Die Hofräthin lächelt ironisch,Und dennoch seufzet sie: Ach!

Der Domherr öffnet den Mund weit:Die Liebe sey nicht zu roh,Sie schadet sonst der Gesundheit.Das Fräulein lispelt: wie so?

Die Gräfin spricht wehmüthig:Die Liebe ist eine Passion!Und präsentiret gütigDie Tasse dem Herren Baron.

Am Tische war noch ein Plätzchen;Mein Liebchen, da hast du gefehlt.Du hättest so hübsch, mein Schätzchen,Von deiner Liebe erzählt.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Buch der Lieder, Lyrisches Intermezzo, S. 154–155, 1, Hoffmann und Campe, Hamburg, 1827
Digitalisat
de.wikisource.org — „Sie saßen und tranken am Theetisch“, Fassung 3.779.212 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Heinrich Heine starb 1856; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1926 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118548018 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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