Ich rief den Teufel und er kam
Heinrich Heine · 1797–1856
21 Zeilen · zuerst gedruckt 1827
Und ich sah ihn mit Verwund’rung an.Er ist nicht häßlich, und ist nicht lahm,Er ist ein lieber, scharmanter Mann,Ein Mann in seinen besten Jahren,Verbindlich und höflich und welterfahren.Er ist ein gescheuter Diplomat,Und spricht recht schön über Kirch’ und Staat.Blaß ist er etwas, doch ist es kein Wunder,Sanskritt und Hegel studiert er jetzunder.Sein Lieblingspoet ist noch immer Fouqué.Doch will er nicht mehr mit Kritik sich befassen,Die hat er jetzt gänzlich überlassenDer theuren Großmutter Hekate.Er lobte mein juristisches Streben,Hat früher sich auch damit abgegeben.Er sagte meine Freundschaft seyIhm nicht zu theuer, und nickte dabei,Und frug: ob wir uns früher nichtSchon einmal gesehn bei’m span’schen Gesandten?Und als ich recht besah sein Gesicht,Fand ich in ihm einen alten Bekannten.
Quelle und Rechte
- Textgrundlage
- Buch der Lieder, Die Heimkehr, S. 211, 1, Hoffmann und Campe, Hamburg, 1827
- Digitalisat
- de.wikisource.org — „Ich rief den Teufel und er kam“, Fassung 3.778.582 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
- Gemeinfrei
- Heinrich Heine starb 1856; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1926 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118548018 der Deutschen Nationalbibliothek.
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