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Versbuch

Ich weiß nicht, was soll es bedeuten

Heinrich Heine · 17971856

23 Zeilen in 6 Strophen · zuerst gedruckt 1827

Daß ich so traurig bin;Ein Mährchen aus alten Zeiten,Das kommt mir nicht aus dem Sinn.

Die Luft ist kühl und es dunkelt,Und ruhig fließt der Rhein;Der Gipfel des Berges funkeltIm Abendsonnenschein.

Die schönste Jungfrau sitzetDort oben wunderbarIhr gold’nes Geschmeide blitzet,Sie kämmt ihr gold’nes Haar.

Sie kämmt es mit gold’nem Kamme,Und singt ein Lied dabei;Das hat eine wundersame,Gewaltige Melodei.

Den Schiffer im kleinen SchiffeErgreift es mit wildem Weh;Er schaut nicht die Felsenriffe,Er schaut nur hinauf in die Höh’.

Ich glaube, die Wellen verschlingenAm Ende Schiffer und Kahn;Und das hat mit ihrem SingenDie Lore-Ley gethan.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Buch der Lieder, Die Heimkehr, S. 178–179, 1, Hoffmann und Campe, Hamburg, 1827
Digitalisat
de.wikisource.org — „Ich weiß nicht, was soll es bedeuten“, Fassung 4.635.906 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Heinrich Heine starb 1856; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1926 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118548018 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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