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Versbuch

Elfenlied

Eduard Mörike · 18041875

23 Zeilen · zuerst gedruckt 1878

Bei Nacht im Dorf der Wächter rief:Elfe!Ein ganz kleines Elfchen im Walde schlief –Wohl um die Elfe! –Und meint’, es rief ihm aus dem ThalBei seinem Namen die Nachtigall,Oder Silpelit hätt’ ihm gerufen.Reibt sich der Elf’ die Augen aus,Begibt sich vor sein Schneckenhaus,Und ist als wie ein trunken Mann,Sein Schläflein war nicht voll gethan,Und humpelt also tippe tappDurch’s Haselholz in’s Thal hinab,Schlupft an der Mauer hin so dicht,Da sitzt der Glühwurm, Licht an Licht.„Was sind das helle Fensterlein?Da drin wird eine Hochzeit sein:Die Kleinen sitzen bei’m Mahle,Und treiben’s in dem Saale.Da guck’ ich wohl ein wenig ’nein!“– Pfui, stößt den Kopf an harten Stein!Elfe, gelt, du hast genug?Gukuk! Gukuk!

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Gesammelte Schriften. 1 Band: Gedichte, S. 65, G. J. Göschen’sche Verlagshandlung, Stuttgart, 1878
Digitalisat
de.wikisource.org — „Elfenlied“, Fassung 1.529.779 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Eduard Mörike starb 1875; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1945 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118583107 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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Die Epoche ist die übliche literaturgeschichtliche Einordnung des AUTORS, nicht des einzelnen Gedichts. Ein spätes und ein frühes Werk desselben Verfassers stehen deshalb hier zusammen. Bei einigen Autoren ist die Einordnung geteilt; das steht dann auf der Epochenseite.