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Versbuch

Sicut urinata ligna

Andreas Gryphius · 16161664

19 Zeilen in 2 Strophen · zuerst gedruckt 1658

VII.SIcut urinata ligna, nata messis demeti,Sic ab alta lege fati, ferre nos mortaliaAd Cruces & ad flagella NUMEN, alvus projicit.Ecce præit Imperator, quid decebit militem?

DAs Holtz / das für dir grün’t / wird zu der Glut erkohrenDie krumme Sichel wird auff reiffe Saat gewetzt.Die Preß’ ist vor die Traub / ein Löwe wird gehetzt.Der Vogel hat im flug / offt seinen flug verlohren.Man wird mit dem beding’ auff diese Welt gebohren /Zu tragen / was der Schluß deß Himmels auffgesetzt.Wer sterblich / wird von dem / was sterben heist / verletzt.Der Tod vnd Fall hat sich auff Fleisch vnd stehn verschworen.Gott stellt sich in die Erd’ auff Creutz und Geisseln eyn.Der Mutter Leib gebahr in Armuth ihn zur Pein.Er schloß in höchster Angst das schmertzen volle zagen.Was sucht ein blosser Mensch / wenn JEsus Dornen trägt /Begehrt der Kriegsman Rast / wenn man den Fürsten schlägtDer Feld Herr / schau / geht vor / was sol der Knecht nicht wagen?

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Freuden vnd Trauer-Spiele auch Oden vnd Sonnette sampt Herr Peter Squentz Schimpff-Spiel. Sonnette. Das Ander Buch. S. 32f., Johann Lischke, Breßlau, 1658
Digitalisat
de.wikisource.org — „Sicut urinata ligna“, Fassung 1.472.569 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Andreas Gryphius starb 1664; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1734 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118543032 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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