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Versbuch

In Lichterfelde Ost

Alfred Henschke · 18901928

25 Zeilen in 5 Strophen · zuerst gedruckt 1927

Ich hab’ einmal ein Mädel gehabtin Lichterfelde Ost.Das war wie Frau Venus selber begabt.Sie hat mich mit Lust und Liebe gelabtin Lichterfelde Ost.

Sie hatte das schönste schlankeste Beinin Lichterfelde Ost.Und wollt’ ich besonders zärtlich sein,so schlug ich ihr eins in die Fresse hineinin Lichterfelde Ost.

Da kam ein feiner Kavalierin Lichterfelde Ost.Sie wurde sein Glück, sein Stück, sein Tier,sie sank mit ihm und er mit ihrin Lichterfelde Ost.

Man brachte sie in das Krankenhausin Lichterfelde Ost.Und als sie nach Monaten kam heraus:Sie sah wie der Tod von Basel ausin Lichterfelde Ost.

Jetzt bietet Papierblumen sie feil – noch knappin Lichterfelde Ost.Zuweilen kauf’ ich ihr welche ab.Die leg’ ich ihr übers Jahr aufs Grabin Lichterfelde Ost.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Die Harfenjule S. 10–11, 1. Auflage, Die Schmiede, Berlin, 1927
Digitalisat
de.wikisource.org — „In Lichterfelde Ost“, Fassung 3.779.599 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Alfred Henschke starb 1928; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1998 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 1182379923 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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