Ich baumle mit de Beene
Alfred Henschke · 1890–1928
32 Zeilen in 4 Strophen · zuerst gedruckt 1927
Meine Mutter liegt im Bette,denn sie kriegt das dritte Kind;meine Schwester geht zur Mette,weil wir so katholisch sind.Manchmal troppt mir eine Träneund im Herzen puppert’s schwer;und ich baumle mit de Beene,mit de Beene vor mich her.
Neulich kommt ein Herr gegangenMit ’nem violetten Shawl,und er hat sich eingehangen,und es ging nach Jeschkenthal!Sonntag war’s. Er grinste: „Kleene,wa, dein Port’menée is leer?“und ich baumle mit de Beene,mit de Beene vor mich her.
Vater sitzt zum ’zigsten Male,wegen „Hm“ in Plötzensee,und sein Schatz, der schimpft sich Male,und der Mutter tut’s so weh!Ja so gut wie der hat’s Keener,Fressen kriegt er, und noch mehr,und er baumelt mit de Beene,mit de Beene vor sich her.
Manchmal in den Vollmondnächtenis mir gar so wunderlich:ob sie meinen Emil brächten,weil er auf dem Striche strich!Früh um dreie krähten Hähne,und ein Galgen ragt, und er ...,und er baumelt mit de Beene,mit de Beene vor sich her.
Quelle und Rechte
- Textgrundlage
- Die Harfenjule S. 12–13, 1. Auflage, Die Schmiede, Berlin, 1927
- Digitalisat
- de.wikisource.org — „Ich baumle mit de Beene“, Fassung 3.778.959 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
- Gemeinfrei
- Alfred Henschke starb 1928; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1998 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 1182379923 der Deutschen Nationalbibliothek.
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