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Versbuch

Der Romanschriftsteller

Alfred Henschke · 18901928

21 Zeilen · zuerst gedruckt 1927

Graugelb ist sein Gesicht. Die Nasesteigt klippenspitz empor. Die Augen liegen fleckigmißtrauisch von den Wimpern tief beschattet,geduckt zum Sprung wie Panther in der Höhlung.Der rechte Arm mit der Zigarre stehtsteif wie ein Schwert, als wolle er damitsich von den andern sondern, die ihm widerwärtigund dennoch so sympathisch sind.Schlägt er die Asche ab,so fällt wie Hohn sie aufs Gespräch.Ein kurzes „Ja“, ein scharfes „Nein“wirft er zuweilen in die Unterhaltung.Mit diesem spitzen „Ja“ und „Nein“spießt er die Leute wie auf Nadeln aufund nimmt sie mit nach Hausefür seine Käfersammlung.– – – Schlägt man das nächste Buch des Dichters auf.O Gott! Schon ist man selber drin verzeichnetund wer sich in gerechter Selbsterkenntnisfür ein libellenähnlich’ Wesen hielt,der findet sich erstaunt als Mistbock wieder.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Die Harfenjule S. 24, 1. Auflage, Die Schmiede, Berlin, 1927
Digitalisat
de.wikisource.org — „Der Romanschriftsteller“, Fassung 3.780.423 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Alfred Henschke starb 1928; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1998 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 1182379923 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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