Der Regen rinnt schon tausend Jahr
Alfred Henschke · 1890–1928
13 Zeilen in 4 Strophen · zuerst gedruckt 1927
1.
Der Regen rinnt schon tausend Jahr,Die Häuser sind voll Wasserspinnen,Seekrebse nisten mir im HaarUnd Austern auf des Domes Zinnen.
Der Pfaff hier wurde eine Qualle,Seepferdchen meine Nachbarin.Der blonde Seestern streckt mir alleFünfhundert Fühler zärtlich hin.
Es ist so dunkel, kalt und feucht.Das Wasser hat uns schon begraben.Gib deinen warmen Mund – mich deucht,Nichts bleibt uns als uns lieb zu haben.
Quelle und Rechte
- Textgrundlage
- Die Harfenjule S. 52, 1. Auflage, Die Schmiede, Berlin, 1927
- Digitalisat
- de.wikisource.org — „Der Regen rinnt schon tausend Jahr“, Fassung 3.440.489 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
- Gemeinfrei
- Alfred Henschke starb 1928; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1998 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 1182379923 der Deutschen Nationalbibliothek.
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