Der neue Rattenfänger
Alfred Henschke · 1890–1928
16 Zeilen in 4 Strophen · zuerst gedruckt 1927
Und Väterchen befiehlt dem weißen Schimmelund ruft sein Heer.Es schreiten Popen mit Gebimmelvor seinem Heiligenbildnis her.
Es flammt sein Blick in Fieberrötenvor Furcht und Qual und Hohn.Er bläst auf zwei geborstnen Flötenden alten Panslawistenton.
Er lockt sein Volk zum Berg der Millionen Knochen,sein Kopf bebt wie ein Schädel aus dem Pelz.Am Boden zucken abertausend Mutterherzen gramzerbrochen,ein Fluß von Kindertränen rauscht vom Fels.
Es schlingen dürre Arme sich wie Algenum Nacken ihm und Rumpf,und riesenhaft entsteigt ein Galgendem Sumpf.
Quelle und Rechte
- Textgrundlage
- Die Harfenjule S. 26 -27, 1. Auflage, Die Schmiede, Berlin, 1927
- Digitalisat
- de.wikisource.org — „Der neue Rattenfänger“, Fassung 3.439.398 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
- Gemeinfrei
- Alfred Henschke starb 1928; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1998 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 1182379923 der Deutschen Nationalbibliothek.
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