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Versbuch

Gemartert

Wilhelm Busch · 18321908

24 Zeilen in 4 Strophen · zuerst gedruckt [1960]

Ein gutes TierIst das Klavier,Still, friedlich und bescheiden,Und muß dabeiDoch vielerleiErdulden und erleiden.

Der VirtuosStürzt darauf losMit hochgesträubter Mähne.Er öffnet ihmVoll UngestümDen Leib, gleich der Hyäne.

Und rasend wild,Das Herz erfülltVon mörderlicher Freude,Durchwühlt er dann,Soweit er kann,Des Opfers Eingeweide.

Wie es da schrie,Das arme Vieh,Und unter AngstgewimmerBald hoch, bald tiefUm Hilfe rief,Vergeß ich nie und nimmer.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Zu guter Letzt. In: Historisch-kritische Gesamtausgabe in vier Bänden. Band 4, S. 291, Vollmer, Wiesbaden u. Berlin, [1960]
Digitalisat
de.wikisource.org — „Gemartert“, Fassung 3.779.907 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Wilhelm Busch starb 1908; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1978 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118517880 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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