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Versbuch

Gebet

Rainer Maria Rilke · 18751926

16 Zeilen · zuerst gedruckt 1906

Nacht, stille Nacht, in die verwoben sindganz weiße Dinge, rothe, bunte Dinge,verstreute Farben, die erhoben sindzu Einem Dunkel Einer Stille, – bringedoch mich auch in Beziehung zu dem Vielen,das du erwirbst und überredest. Spielendenn meine Sinne noch zu sehr mit Licht?Würde sich denn mein Angesichtnoch immer störend von den Gegenständenabheben? Urtheile nach meinen Händen:Liegen sie nicht wie Werkzeug da und Ding?Ist nicht der Ring selbst schlichtan meiner Hand, und liegt das Lichtnicht ganz so, voll Vertrauen, über ihnen, –als ob sie Wege wären, die beschienennicht anders sich verzweigen als im Dunkel? …

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Das Buch der Bilder 1. Buch Teil 2, S. 53, Zweite sehr vermehrte Auflage, Axel Junker Verlag, Berlin / Leipzig, Stuttgart, 1906
Digitalisat
de.wikisource.org — „Gebet (Rilke)“, Fassung 2.353.035 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Rainer Maria Rilke starb 1926; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1996 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118601024 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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