Zum Inhalt springen
Versbuch

Gustav Falke

Rainer Maria Rilke · 18751926

15 Zeilen in 2 Strophen · zuerst gedruckt 1898

Warst Du ein Kind in froher Schaar,Dann kannst Dus freilich nicht erfassenWie es mir kam, den Tag zu hassenAls ewig feindliche Gefahr.Ich war so fremd und so verlassen,Dass ich nur tief in blütenblassenMainächten heimlich selig war.

Am Tag trug ich den engen RingDer feigen Pflicht in frommer Weise.Doch abends schlich ich aus dem Kreise,Mein kleines Fenster klirrte – kling –Sie wussten’s nicht. Ein Schmetterling,Nahm meine Sehnsucht ihre Reise,Weil sie die weiten Sterne leiseNach ihrer Heimat fragen ging.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Advent, S. 13, 1. Auflage, P. Friesenhahn, Leipzig, 1898
Digitalisat
de.wikisource.org — „Gustav Falke (Rilke)“, Fassung 829.673 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Rainer Maria Rilke starb 1926; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1996 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118601024 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

Mehr von Rainer Maria Rilke

Alle Gedichte von Rainer Maria Rilke ansehen

Gedichte aus dieser Epoche: Moderne und Expressionismus

Die Epoche ist die übliche literaturgeschichtliche Einordnung des AUTORS, nicht des einzelnen Gedichts. Ein spätes und ein frühes Werk desselben Verfassers stehen deshalb hier zusammen. Bei einigen Autoren ist die Einordnung geteilt; das steht dann auf der Epochenseite.