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Versbuch

Die Stille

Rainer Maria Rilke · 18751926

19 Zeilen in 2 Strophen · zuerst gedruckt 1906

Hörst du, Geliebte, ich hebe die Hände –hörst du: es rauscht …Welche Gebärde der Einsamen fändesich nicht von vielen Dingen belauscht?Hörst du, Geliebte, ich schließe die Liderund auch das ist Geräusch bis zu dir,hörst du, Geliebte, ich hebe sie wieder …… Aber warum bist du nicht hier.

Der Abdruck meiner kleinsten Bewegungbleibt in der seidenen Stille sichtbar;unvernichtbar drückt die geringste Erregungin den gespannten Vorhang der Ferne sich ein.Auf meinen Athemzügen heben und senkendie Sterne sich.Zu meinen Lippen kommen die Düfte zur Tränke,und ich erkenne die Handgelenkeentfernter Engel.Nur die ich denke: Dichseh ich nicht.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Das Buch der Bilder 1. Buch Teil 1, S. 20, Zweite sehr vermehrte Auflage, Axel Junker Verlag, Berlin / Leipzig, Stuttgart, 1906
Digitalisat
de.wikisource.org — „Die Stille“, Fassung 2.357.729 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Rainer Maria Rilke starb 1926; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1996 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118601024 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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