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Versbuch

Der Blinde

Rainer Maria Rilke · 18751926

13 Zeilen in 4 Strophen · zuerst gedruckt 1918

PARIS

Sieh, er geht und unterbricht die Stadt,die nicht ist auf seiner dunkeln Stelle,wie ein dunkler Sprung durch eine helleTasse geht. Und wie auf einem Blatt

ist auf ihm der Widerschein der Dingeaufgemalt; er nimmt ihn nicht hinein.Nur sein Fühlen rührt sich, so als fingees die Welt in kleinen Wellen ein:

eine Stille, einen Widerstand —,und dann scheint er wartend wen zu wählen:hingegeben hebt er seine Hand,festlich fast, wie um sich zu vermählen.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Der neuen Gedichte anderer Teil, S. 47, Insel-Verlag, Leipzig, 1918
Digitalisat
de.wikisource.org — „Der Blinde (Rilke)“, Fassung 2.912.320 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Rainer Maria Rilke starb 1926; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1996 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118601024 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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