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Versbuch

Streikjustiz

Kurt Tucholsky · 18901935

16 Zeilen in 4 Strophen · zuerst gedruckt 1919

Du siehst sie durchs Gefilde hupfen:die Wangen angenehm verpudert,frech, nicht mehr jung, und auch verludert,verschminkt … zwei rosarote Tupfen …

Die Wage wackelt hin und her.Das Schwert – mein Gott – es ist aus Pappe,sie trägt es scherzhaft als Atrappe,ein eisernes ist ihr zu schwer.

Sie richtet so! O ja – man sieht’s!die schwarzen, hohen Stöckelschuhezertrampeln alles – schaffen Ruhe.So tänzelt Fräulein Streikjustiz.

Es raschelt des Talars Frou-Frou …- „Du trugst doch früher eine Binde?“– „Die hab ich noch! Dem, den ich finde,schnür ich damit die Kehle zu!“ –

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Fromme Gesänge, S. 6, Felix Lehmann, Charlottenburg, 1919
Digitalisat
de.wikisource.org — „Streikjustiz“, Fassung 3.779.896 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Kurt Tucholsky starb 1935; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 2005 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 11862444X der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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