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Versbuch

Revue

Kurt Tucholsky · 18901935

21 Zeilen in 5 Strophen · zuerst gedruckt 1919

Die Weiblichkeit laß ich vorüberrauschen,Hilfsdienstmutwillige, Mädchen aus dem Land –dem Schlagen eines Herzens will ich lauschen –geb mir die Hand!

Ja, aber wer? In diesen Menschenwogenschwimmt Tinchen, klein und blond, hin und zurück;zwei linke Beine, zart und sanft gebogen –ist das das Glück?

Wie ists mit der? Gott Eros schwingt die Fackel.Die Stangen des Korsettes krachen leis,die kurzen Finger ziehn an einem Dackel –ein Traum in Weiß.

Und du? in schwärzlich finstrer Reife,die Schatten dunkler Stunden im Gesicht?Es gibt noch Menschen, die besitzen Seife –du hamsterst nicht.

Ich denk an die gnädige Frau.In Terzenpfeif ich vergnügt: Mimi! von diesen Kindern keins.Mein Wappenspruch, du Wort nach meinem Herzen:Jeder seins!

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Fromme Gesänge, S. 97, Felix Lehmann, Charlottenburg, 1919
Digitalisat
de.wikisource.org — „Revue“, Fassung 3.779.775 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Kurt Tucholsky starb 1935; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 2005 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 11862444X der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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