Rotundenzensur in Königsberg
Kurt Tucholsky · 1890–1935
17 Zeilen in 4 Strophen · zuerst gedruckt 1919
Die hiesige Garnisionverwaltung –(wir sind schon weit in der Kultur)die brauchte zwecks ToilettegestaltungPapier – und zwar Makulatur.
Doch darf kein Blatt von jener Sorte,so roh, so rot und so verderbtdarunter sein.An solchem Ortekann man nie wissen, ob das färbt.
Ertappt man etwa die Rekruten,und lesen sie solch ein Traktat,und grad, wenn sie - Reveille tuten:das wäre glatter Hochverrat!
Wir dürfen dieses nicht beklagen! –… „Kreuzzeitung“ … „Post“ – nun - weg ist weg!Und sie erreichen sozusagenden eigentlichen Bestimmungszweck.
Quelle und Rechte
- Textgrundlage
- Fromme Gesänge, S. 8, Felix Lehmann, Charlottenburg, 1919
- Digitalisat
- de.wikisource.org — „Rotundenzensur in Königsberg“, Fassung 3.778.817 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
- Gemeinfrei
- Kurt Tucholsky starb 1935; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 2005 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 11862444X der Deutschen Nationalbibliothek.
Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.