Zum Inhalt springen
Versbuch

Meditation zum Coupéfenster hinau

Kurt Tucholsky · 18901935

15 Zeilen in 4 Strophen · zuerst gedruckt 1919

Meditation zum Coupéfenster hinaus

Wie die langen Telegraphenstangenjene schwarzen, dünnen Drähte, diegrad sich zu erheben angefangen,immer wieder niedergehen, wie

diese dunkeln regelmäßigen Stäbe,die das Auf und Ab und Auf und Abstetig kontrollierend in der Schwebehalten –:also von der Wiege bis zum Grab

drückt auch dich, o Mensch, bei allem Streben(seist du Amme, Kanzler, Redakteur),drückt auch dich, o Mensch, im ganzen Leben,nieder, nieder, nieder –das Malheur.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Fromme Gesänge, S. 89, Felix Lehmann, Charlottenburg, 1919
Digitalisat
de.wikisource.org — „Meditation zum Coupéfenster hinaus“, Fassung 3.780.050 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Kurt Tucholsky starb 1935; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 2005 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 11862444X der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

Mehr von Kurt Tucholsky

Alle Gedichte von Kurt Tucholsky ansehen

Gedichte aus dieser Epoche: Moderne und Expressionismus

Die Epoche ist die übliche literaturgeschichtliche Einordnung des AUTORS, nicht des einzelnen Gedichts. Ein spätes und ein frühes Werk desselben Verfassers stehen deshalb hier zusammen. Bei einigen Autoren ist die Einordnung geteilt; das steht dann auf der Epochenseite.