Joebbels
Kurt Tucholsky · 1890–1935
27 Zeilen in 4 Strophen · zuerst gedruckt 24. Februar 1931
Joebbels von Theobald Tiger
Wat wärst du ohne deine Möbelpacker!Die stehn, bezahlt un treu, so um dir rum.Dahinter du: een arma Lauseknacker,een Baritong fort Jachtenpublikum.Die Weiber – hach – die bibbern dir entjejenun möchten sich am liebsten uffn Boden lejen!Du machst un tust und jippst da an …Josef, du bist n kleener Mann.
Mit dein Klumpfuß – seh mal, bein andernda sacht ick nischt; det kann ja jeda ham.Du wißt als Recke durch de Jejend wandernun paßt in keen Schützenjrahm?In Sportpalast sowie in deine Presse,da haste eine mächtich jroße Fresse.Riskierst du wat? – De Schnauze vornean.Josef, du bist n kleener Mann.
Du bist mit irgendwat zu kurz gekomm.Nu rächste dir, nu lechste los.Dir hamm se woll zu früh aus Nest jenomm!Du bist keen Heros, det markierste bloß.Du hast n Buckel, Mensch – du bist nich richtich!Du bist bloß laut – sonst biste jahnich wichtig!Keen Schütze – een Porzellanzerschmeißer,keen Führer biste – bloß n Reißer,Josef,du bist een jroßer Mann –!
Quelle und Rechte
- Textgrundlage
- Die Weltbühne, Jahrgang 27, Nummer 8, Seite 287, Verlag der Weltbühne, Berlin, 24. Februar 1931
- Digitalisat
- de.wikisource.org — „Joebbels“, Fassung 1.103.395 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
- Gemeinfrei
- Kurt Tucholsky starb 1935; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 2005 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 11862444X der Deutschen Nationalbibliothek.
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