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Versbuch

Der Kriegslieferant

Kurt Tucholsky · 18901935

16 Zeilen in 2 Strophen · zuerst gedruckt 1919

Du wohntest irgendwo am Friedrichshaine.Auf deiner Ehe ruhte Gottes Segen(sechs Kinder). Deine säuerlichen Weineernährten nebst Versicherungsverträgen,den Renntips, auch wohl einem Spielchen „Meineund deine Tante“ dich noch allerwegen.Bald hattst du nichts, bald hattst du blaue Scheine.Oft sah man deine Frau die Treppen fegen.

Doch als der Welt vor Angst die Pulse stocken,wirfst du dich auf die Marke „Suppenkraft“ –Da stieg dein Stern! In der Gemahlin Lockenblitzt die Agraffe auf im Band von Taft.Von Paulchen Thumann, Stoewer und van Gockenhast du dir schnell das Nötigste errafft.Und läuten einmal uns die Friedensglocken:Was kost’t Berlin? Du hast das Ding geschafft!

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Fromme Gesänge, S. 20, Felix Lehmann, Charlottenburg, 1919
Digitalisat
de.wikisource.org — „Der Kriegslieferant“, Fassung 3.779.920 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Kurt Tucholsky starb 1935; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 2005 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 11862444X der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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