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Versbuch

Das Heil von außen

Kurt Tucholsky · 18901935

21 Zeilen in 5 Strophen · zuerst gedruckt 1919

Was wir bereits gestorben glaubten,ist, hols der Teufel, wieder da:die alten achselstückberauptenKommis der Militaria.

Das wandelt wie in alten Tagen,für alles Neue gänzlich taub:man trägt nur manches auf dem Kragenund ist ein Kerl mit Eichenlaub.

Das sind doch alles Kleidermoden:der Ärmelschmuck und wie das heißt …Matt stellt sich einfach auf den Bodender neuen Welt – im alten Geist.

Und haben wir den Krieg verloren:die Herren, silberig besternt,verschließen ihre langen Ohren –sie haben nichts dazugelernt.

Und nur ein Friede kann uns retten,ein Friede, der dies Heer zerbricht,zerbricht die alten Eisenketten –Der Feind befreit uns von den Kletten.Die Deutschen selber tun es nicht.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Fromme Gesänge, S. 60, Felix Lehmann, Charlottenburg, 1919
Digitalisat
de.wikisource.org — „Das Heil von außen“, Fassung 2.551.799 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Kurt Tucholsky starb 1935; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 2005 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 11862444X der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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