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Versbuch

Das Lächeln der Mona Lisa

Kurt Tucholsky · 18901935

16 Zeilen in 4 Strophen · zuerst gedruckt 27. November 1928

Das Lächeln der Mona Lisa von Theobald Tiger

Ich kann den Blick nicht von dir wenden.Denn über deinem Mann vom Diensthängst du mit sanft verschränkten Händenund grienst.

Du bist berühmt wie jener Turm von Pisa,dein Lächeln gilt für Ironie.Ja … warum lacht die Mona Lisa?Lacht sie über uns, wegen uns, trotz uns, mit uns, gegen uns –oder wie –?

Du lehrst uns still, was zu geschehn hat.Weil uns dein Bildnis, Lieschen, zeigt:Wer viel von dieser Welt gesehn hat –der lächelt,legt die Hände auf den Bauchund schweigt.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Die Weltbühne. 24. Jahrgang 1928, Nummer 48, Seite 819., Verlag der Weltbühne, Berlin, 27. November 1928
Digitalisat
de.wikisource.org — „Das Lächeln der Mona Lisa“, Fassung 2.562.970 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Kurt Tucholsky starb 1935; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 2005 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 11862444X der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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